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Icon Club Berlin macht dicht
Der bekannte und legendäre Icon Club muss schließen, die Fratze der Gentrifizierung lässt grüßen!
Heute erreichte uns die traurige Nachricht vom Ende des bekannten und legendären Icon-Clubs in der Cantianstr.. Damit ist auch der letzte gute Club aus Prenzlauer Berg vertrieben worden. Die Situation ist einfach grotesk. Direkt neben dem Club wird eine Baugenehmigung für Luxuswohnungen erteilt. Der Bauherr und die Käufer der Wohnungen wussten um die Existenz des Clubs. Obwohl dieser absolut schallisoliert ist, stören sich die Neuanwohner an den Menschen, die sich vor dem Club aufhalten. Der Bezirk Prenzlauer Berg verkommt immer mehr zu einem Auffanglager für zugezogene Spießer aus der ländlichen Idylle Westdeutschlands. 80 Prozent der ehemaligen Bewohner sind bereits vertrieben worden und die Bezirksverwaltung von Pankow schaut der Abwertung eines ganzen Bezirkes tatenlos zu. Nachdem schon der Kiez um den Kollwitzplatz total verödet ist, folgt zur Zeit der Helmholtzplatz, welche Gegend wird als nächstes dran glauben müssen? Bisher war Prenzlauer Berg ein Anziehungspunkt für Touristen, bald wird es nur noch eine Schlafstätte für Möchtegernpromis und sonstige Wichtigtuer sein. Die vielen im Bezirk geborenen Kinder fangen schon in der Grundschule an, durch Mobbingattacken zu glänzen, werden wir ein zweites Steglitz? Nein danke! Es muss Freiräume für alle Bewohner und Besucher unseres Bezirkes geben. Das Interesse Einzelner muss hinter dem Gemeinschaftsinteresse zurückstehen, ansonsten werden die Grundsätze der Demokratie ausgehebelt. Perspektivisch sehen wir jedenfalls schwarz für Prenzlauer Berg, hier werden soziale Brennpunkte geschaffen, die wir in unserem friedlichen Bezirk nie haben wollten.
Aber zurück zum Icon, bis zum 31.12.2010 geht der Betrieb normal weiter!
Also kommt in die Cantianstr. 15 (U+S-Bhf. Schönhauser Allee, U-Bhf.Eberswalder Straße, Bus N2, Tram M1, M10)!
Das ICON wird nicht sterben, kommt Dienstags, Freitags und Samstags um die letzten Parties noch mal so richtig abzufeiern.
Danke dem tollen Betreiber-Team um Pamela und Lars, ihr habt bewiesen, dass man auch auf hohem kulturellen Niveau Erfolg haben kann.
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